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Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―Β―
Linear-progressiver Tarif
ββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββ
top
Der linear-progressive Tarif ist eine Variante der progressiven Einkommensteuertarife, bei dem der ansteigende Verlauf des Grenzsteuersatzes zwischen dem Eingangs- und dem HΓΆchst- bzw. Spitzensteuersatz durchgehend linear (geradlinig) erfolgt. Dadurch werden sprunghafte ΓbergΓ€nge zwischen Tarifzonen und βTarifbuckelβ vermieden.cite-ref-tipke1-1-0[1]
Contents
β’ Deutschland
β’ Einzelnachweise
ββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββββ
Allgemeines Beispiel
Das folgende allgemeine Beispiel zeigt die Berechnung anhand eines Tarifes mit folgenden Kenndaten:
β’ Grundfreibetrag: 10.000 Euro
β’ Eingangssteuersatz: 10 %
β’ Oberer Einkommenseckwert: 90.000 Euro
β’ HΓΆchststeuersatz: 50 %
Der Grenzsteuersatz steigt damit linear um 0,5 Prozentpunkte je 1000 Euro Einkommenszuwachs. Gegeben sei ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von 60.000 Euro.
Steuerbetragsfunktion
Im Regelfall ist im Gesetz eine Berechnungsvorschrift (Steuerbetragsfunktion) definiert, die als Ergebnis direkt den individuellen Steuerbetrag in Euro liefert, wenn das zu versteuernde Einkommen gegeben ist.
Wird dieser Zusammenhang grafisch dargestellt, so ergibt sich die Kurve im Bild rechts oben, aus der man den Steuerbetrag direkt ablesen kann. Meist stehen jedoch Steuertabellen oder Rechenprogramme zur VerfΓΌgung, die den gesuchten Steuerbetrag liefern.
Im oben genannten Beispiel ergibt sich ein Steuerbetrag von 11.250 Euro.
Grenzsteuersatzfunktion
Zur Veranschaulichung der Grenzbelastung wird hΓ€ufig der Verlauf des Grenzsteuersatzes grafisch dargestellt. Ein direktes Ablesen des Steuerbetrages aus diesem Diagramm ist nicht mΓΆglich.
Der Steuerbetrag ergibt sich hierbei indirekt durch die Berechnung der FlΓ€che unterhalb des Funktionsgraphen, die durch die Grenzen Grundfreibetrag und individuelles zvE bestimmt wird. Da es sich um eine rechtwinklige TrapezflΓ€che handelt, kann der Steuerbetrag aus dem mittleren Grenzsteuersatz und dem Abstand zwischen Grundfreibetrag und zvE berechnet werden. Im Beispiel ergibt sich ein mittlerer Grenzsteuersatz von 22,5 %.
Steuerbetrag = 10 % % + 35 % % 2 β
β
( 60 000 β β 10 000 ) Euro = 22 , 5 % % β
β
50 000 Euro = 11 250 Euro {\displaystyle {\begin{aligned}{\text{Steuerbetrag}}&={\tfrac {10\ \%+35\ \%}{2}}\ \cdot \ (60\,000-10\,000){\text{ Euro}}\\&=\ \ 22{,}5\ \%\ \cdot \ 50\,000{\text{ Euro}}\\&=11\,250{\text{ Euro}}\end{aligned}}}
Durchschnittsteuersatzfunktion
Etwas einfacher ist die Berechnung des Steuerbetrages mittels Durchschnittsteuersatz. Dieser lΓ€sst sich aus der Grafik fΓΌr die Durchschnittsteuersatzfunktion leicht ablesen.
Beim ermittelten Durchschnittsteuersatz von s = 18,75 % und gegebenem zvE = 60.000 Euro ergibt sich dann der Steuerbetrag durch Multiplikation dieser beiden Werte. Im Beispiel also
Steuerbetrag = 18 , 75 % % β
β
60 000 Euro = 11 250 Euro {\displaystyle {\text{Steuerbetrag}}=18{,}75\ \%\cdot 60\,000{\text{ Euro}}=11\,250{\text{ Euro}}}
Mathematische Definition
Den linear-progressiven Verlauf des Grenzsteuersatzes kann man sich aus einem Stufengrenzsatztarif entstanden vorstellen, indem die Anzahl der Stufen stark vermehrt und gleichzeitig ihre HΓΆhe vermindert wird. Es entsteht eine Steuerbetragsfunktion, die den Grenzsteuersatz proportional zum zu versteuernden Einkommen (zvE) ansteigen lΓ€sst. Aus diesen Vorgaben ergibt sich eine quadratische Funktion der Form
S t B = s g 1 β
β
( z v E β β G F B ) + p 1 β
β
( z v E β β G F B ) 2 {\displaystyle StB=s_{g1}\cdot (zvE-GFB)+p_{1}\cdot (zvE-GFB)^{2}}
oder (zvE - GFB) ausgeklammert
S t B = ( s g 1 + p 1 β
β
( z v E β β G F B ) ) β
β
( z v E β β G F B ) {\displaystyle StB={\Big (}s_{g1}+p_{1}\cdot (zvE-GFB){\Big )}\cdot (zvE-GFB)}
Diese Steuerbetragsfunktion enthΓ€lt folgende Kennwerte:
β’ S t B {\displaystyle StB} = Steuerbetrag
β’ z v E {\displaystyle zvE} = zu versteuerndes Einkommen
β’ G F B {\displaystyle GFB} = Grundfreibetrag
β’ s g 1 {\displaystyle s_{g1}} = Eingangssteuersatz (anfΓ€nglicher Grenzsteuersatz)
β’ p 1 {\displaystyle p_{1}} = linearer Progressionsfaktor
Da der Grenzsteuersatz s g {\displaystyle s_{g}} die Steigung der Steuerbetragsfunktion darstellt, erhΓ€lt man durch Ableitung:
s g = s g 1 + 2 β
β
p 1 β
β
( z v E β β G F B ) {\displaystyle s_{g}=s_{g1}+2\cdot p_{1}\cdot (zvE-GFB)}
Wie man sieht, handelt es sich um eine lineare Funktion, wodurch sich die Namensgebung erklΓ€rt. Bei vorgegebener Grenzsteuersatzfunktion ergibt sich der Steuerbetrag umgekehrt durch Integration, die anschaulich als FlΓ€chenberechnung gedeutet werden kann.
FΓΌr den Durchschnittsteuersatz s Β― Β― {\displaystyle {\bar {s}}} mit Grundfreibetrag gilt:
s Β― Β― = ( s g 1 + p 1 β
β
( z v E β β G F B ) ) β
β
( 1 β β G F B z v E ) {\displaystyle {\bar {s}}={\Big (}s_{g1}+p_{1}\cdot (zvE-GFB){\Big )}\cdot \left(1-{\frac {GFB}{zvE}}\right)}
Auch ohne Grundfreibetrag (GFB = 0) kommt es bei der linearen Progression zu einer Progressionswirkung, weil der Progressionsfaktor p 1 {\displaystyle p_{1}} den Durchschnittsteuersatz abhΓ€ngig vom z v E {\displaystyle zvE} stetig erhΓΆht. In der Praxis ist wegen der Steuerfreistellung des Existenzminimums aber immer ein Grundfreibetrag vorgesehen. Der Durchschnittsteuersatz hat hier im Bereich niedriger und mittlerer Einkommen einen flacheren Verlauf als der Durchschnittsteuersatz bei einer Flat tax.
Deutschland
β
Hauptartikel
:
Einkommensteuer (Deutschland)
In Deutschland wurde ein linear-progressiver Tarif erstmals unter der Regierung Helmut Kohl im Jahre 1984 angekΓΌndigt.cite-ref-tipke1-1-1[1] Im Jahre 1990 trat unter Finanzminister Theo Waigel ein durchgehend linear-progressiver Einkommensteuertarif in Kraft, der zuvor von Gerhard Stoltenberg durchgesetzt worden war. Damit entstand ein Tarifverlauf ohne Buckel und SprΓΌnge.cite-ref-tipke2-2-0[2] Damals wurde der seit den 1960er Jahren vorhandene "Mittelstandsbauch" beseitigt.
In den Folgejahren bis heute wurde dieser Verlauf jedoch immer wieder verΓ€ndert.cite-ref-tarifgeschichte-3-0[3] Er besteht seither aus zwei oder drei Zonen mit unterschiedlicher Steigung.
Einzelnachweise
cite-note-tipke1-11. β Klaus Tipke: "Ein Ende dem Einkommensteuerwirrwar!?", KΓΆln 2006, Seite 36
cite-note-tipke2-22. β Klaus Tipke: "Ein Ende dem Einkommensteuerwirrwar!?", KΓΆln 2006, Seite 42
cite-note-tarifgeschichte-33. β BMF: Γbersichten zur Einkommensteuer-Tarifbelastung ab 1958 (Memento vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)